Mein Erlebnisbericht zum Polarlicht vom
30. Oktober 2003



Die Polarlichtshow vom 30.10.2003



Es begann  mit einer Sonneneruption in dem Sonnenfleck mit der  Nr.  484
der sich zentral also ziemlich genau in der Mitte der Sonne befand.


Montag der 27. Oktober 2003
 

Als am 27.10.2003 zur Mittagszeit eine SMS eintraf, ahnte ich noch nichts vor dem bevorstehenden Ereignis. Nachdem ich nun in der Arbeit Feierabend hatte und ich daheim angekommen bin, sah ich mir die SMS an. Noch während ich die SMS las, bekam ich einen freudigen Schrecken, es war eine Polarlichtwarnung mit der Ankündigung eines X17,2 Weißlichtflares. Sogleich schaltete ich meinen Computer ein damit ich die Daten im Internet überprüfen konnte, wo dieser Event auch tatsächlich bekannt war. Daraufhin versandte ich einige Mails  an Personen unter anderen auch welche vom Astronomieverein in unserem Ort mit der Hoffnung, dass diese die Nachricht nicht als belanglos ansahen, sondern dass auch wirklich etwas geschah.



Dieser X17,2 Flare war nun das Zeichen, es MUSS in Deutschland zum Polarlicht kommen.



Auch am Tag darauf verfolgte ich im Netz die Daten, sowie am 29.10.2003. An diesem Tag wurde mit 100 Prozentiger Sicheheit Polarlicht vorher gesagt. Eben durch die ganzen positiven Datenwerte.




Mittwoch der 29. Oktober 2003


Am 29.10.2003 war der Himmel leider mit sehr starken Regenwolken verhangen.  Laut Wetterbericht sollte es allerdings aufklaren. Nachdem es nun Nacht wurde und ich im Netz las, dass es im Norden Polarlichtsichtungen gab, setzte ich mich ins Auto und fuhr los. Doch während der Fahrt, wurde der Regen immer heftiger sodass ich mich zur Umkehr entschloss. Daheim angekommen hat es zum regnen aufgehört. Aber die Wolken blieben. Vor lautet Frust über das Wetter, dass ich wieder ein Polarlicht verpasste, hatte ich es mir vor dem  Fernseher bequem gemacht. Nachdem der erste Frust sich gelegt hatte, sah ich mir die Daten im Netz nochmal an. Auch auf den Himmel ließ ich meine Augen noch einen Blick werfen. Aber oh je, im Netz waren die Werte positiv aber die verflixten Wolken. Um 23:00 Uhr begab ich mich nach den schlechten Aussichten dann doch ins Bett. Um 0:25 Uhr ging schon wieder eine Alarm-SMS aufs Handy ein. Ich bin sofort aufgestanden um mir den Himmel anzusehen. Welche freudige Überraschung, ein riesiges Wolkenloch am Himmel. Sofort schnappte ich mir meinen Fotoapparat und legte mich sprichwörtlich auf die Lauer.

Nach einer geschlagenen dreiviertel Stunde wurden die Wolken wieder dichter, sodass man wiederum am Himmel nichts mehr sah. Ebenso sah ich auch kein Polarlicht am wolkenfreien Himmel in dieser Zeit. Als nun die drreiviertel Stunde nichts brachte, legte ich mich wieder schlafen da um 4:15 Uhr der Wecker zur Arbeit läutete.



Donnerstag der 30. Oktober
der Tag / die Nacht an  dem alles anders kommen sollte.


An diesem 30.10.2003 war ich einerseits sehr müde wegen dem geringen Schlaf, den ich in der Nacht zuvor hatte, zum anderen war ich sehr enttäuscht darüber, dass kein Polarlicht zum sehen war, als um 12:30 Uhr am Ende meiner Mittagspause wieder eine SMS kam. Diesmal sah ich sofort nach, denn ich hatte an diesem Tag irgendwie ein kribbeln im Bauch, als ob sich doch noch was tut. Diese SMS war zu meiner freudigen Überraschung eine

Polarlichtwarnung

Sofort nach Arbeitsschluss begab ich mich schnellstens nach Hause. Daheim angekommen schaltete ich zu allererst den Computer ein um ins Netz zu kommen. Auf den entsprechenden Seiten waren alle Werte im positiven Bereich. kurz darauf erhielt ich wieder eine Warnung, dass das Polarlicht um ca. 19:00 Uhr plus minus zwei Stunden zu sehen sein soll. Als es nun dunkel geworden war, pendelte ich zwischen dem PC und dem Balkon hin und her. So zwischen 19:00 Uhr und 19:30 Uhr glaubte ich am Himmel, der es mit mir in dieser Nacht gut meinte (kein Regen, vereinzelt ein paar Wolken) einen rötlichen Schatten gesehen zu haben Deshalb machte ich in bestimmten Zeitabständen mit meiner Kamera Bilder. Zwischen dem fotografieren, hielt ich mich im Netz auf, um den günstigsten Moment nicht zu versäumen. Auch rief ich meinen Bekannten Thomas an, ob dieser mit raus auf einen Feldweg wegfahren wolle. Er sagte sofort zu, worauf ich ihm wissen ließ, er solle sofort zu mir kommen. Kurz nachdem ich mit Thomas telefonierte, rief mich Wolfgang an, der von mir sowie andere Hobbyastronomen durch eine Mail vorgewarnt war um sich bei mir zu vergewissern, wie die Lage im Moment sei. Ich sagte ihm er solle auf jeden Fall die Augen aufhalten und das ich gleich rausfahre. Danach beendeten wir unser Telefonat damit wir keine Zeit verloren. Als nun mein Bekannter bei mir war, checkte ich nochmal alle Daten und Informationen im Netz, so dass ich zu dem Entschluss kam sofort raus zu fahren damit wir außerhalb der Ortschaft waren.

Um 20:00 Uhr am Feld angekommen stellte ich meinen Fotoapparat auf. Danach schweiften unsere Blicke über den Horizont und den gesamten Himmel. Im Süden kamen sehr schnell Schleierwolken auf uns zu, die Gott sei Dank, sehr schnell wider verschwanden. Kurz darauf, es war 20:15 Uhr sah ich eine riesige Feuerkugel über unseren Köpfen vom Sternbild Kassiopeia bis zum Sternbild Adler fliegen. Währen dieser Flugphase leuchtete die FK zweimal auf und man sah sehr deutlich, wie sie eine Rauchspur nach sich zog.

Ein paar Minuten, ca. maximal 10 Minuten später, wurde es im Norden langsam heller, als ob die Sonne aufgeht. Dies war für mich das Zeichen, dass es nicht mehr lange dauern könnte. Plötzlich begann das Polarlicht ganz schwach im Sternbild großer Wagen in rötlicher Farbe zu leuchten.

Bis um 21:15 Uhr zeigte sich das Polarlicht im Norden in roter Farbe, zum Teil mit Beamern und Vorhängen. Auch war das Polarlicht unterschiedlich hell. Es zeigte sich in dem Zeitraum so, dass sogar ein grüner Polarlichtbogen unterhalb der rötlichen Erscheinung zu sehen war. Zwischendurch erkannten wir, dass es etwas über dem Horizont leicht gelblich war, etwas darüber grünlich und weiter darüber rötlich. Ja so erschien uns das Polarlicht bis 21:15 Uhr.

Während dieser Zeit verknipste ich zwei Filme. Auch versuchte ich noch soweit ich die Telefonnummern im Kopf hatte, einige Bekannte anzurufen,
die ich jedoch nicht erreichte. So ließen wir beide,Thomas und ich, uns von diesem Naturschauspiel beeindruckend mitreißen.


Als um 21:15 Uhr Wolken am Himmel vorbei zogen, fuhren wir wieder heim. Daheim angekommen ging ich nochmal ins Netz. Dort schien ja die Hölle los zu sein. Danach schaute ich nochmal raus, wobei mir klar wurde, ich muss einen neuen Film in die Kamera einlegen. Dies getan, Thomas bereits heim gegangen, begann ich vom Balkon aus noch mal Bilder zu fotografieren. Ich merkte, dass Polarlicht war durch die Wolken zu sehen. Schon läutete meine Handy, dass ich in der Ladestation hatte. Es war ein Polarlichtfreund, den ich beim Polarlichttreffen kennen lernte. Er sagte mir, der Himmel brenne im Osten. Gleich darauf sagte er mir der Himmel brenne im Westen. Während er mir das schilderte, schlich ich an unserem Kellergeländer vorbei um das Brennen im Osten zu sehen. Wooooohhhhh der Himmel brannte wirklich !!!!!!!!! Kurz darauf schaltete sich beim Nachbarn der Hofhalogenscheinwerfer der mit einem Bewegungsmelder verbunden ist, ein. Sofort schnappte ich mir meine Kamera und fuhr wieder zu meinem Beobachtungsplatz. Während der Fahrt, sah ich im Westen (der Himmel brennt immer noch), eine riesige Polarlichtwolke mit roten, gelben und weißen Strahlen. ich konnte es gar nicht abwarten, an meinem Platz zu kommen. Dort angekommen stieg ich schleunigst vonm Auto aus, schnappte den Fotoapparat und begann sofort mit dem Belichten. Leider waren die Strahlen in der roten Polarlchtwolke wieder verschwunden.

Aber dennoch, es war ein unglaublich wunderbar schönes Naturschauspiel. Im Westen veränderte sich das Polarlicht in seiner Größe und Farbenhelligkeit von klein bis sehr groß.

Urplötzlich, als ob jemand den Lichtschalter drückte, war das Polarlicht im Westen vorbei. In dersselben Sekunde als jemand den Lichtschalter drückte um das Polarlicht im Westen auszuschalten, begann die Polarlichtshow im Osten. Zuerst rotgelb dann nur noch rot. Die Polarlictwolke wurde schwächer, verlor an Farbenpracht und bekam diese in der nächsten Sekunde wieder. Währendessen im Osten das Naturschauspiel weiter anhielt, begann die Polarlichtshow im Norden und Westen, im Norden sah man es leicht gelblich mit roten Querstreifen, im Westen sah ich durch leichte Schleierwolken das Polarlicht grün und rot. Während vom Südwesten her Wolken aufkamen, war das phänomenale wunderschöne Naturschauspiel, eben dass Polarlicht im selben Augenblick im Westen, Norden und Osten zu sehen.


Mein dritter Film war schon längst voll, ich betrachtete die wunderbare Vorstellung bis sich diese um 23:00 Uhr dem Ende neigte und ich die Heimfahrt antrat.

Daheim angekommen begab ich mich ein letztes Mal ins Netz, wo ich feststellte, dass in Deutschland noch sehr starke Polarlichtaktivität vorhanden war. Nachdem diese fantastische Polarlichtnacht bei mir wegen Wolken zu Ende war, trank ich noch ein wenig "Miss Aurora" und begab mich um 0:15 Uhr ins Bett. Tja der Wecker für die Arbeit meldet sich um 4:15 Uhr. Dennoch bin ich noch ein paar Mal wach geworden und habe noch rausgeschaut da ich die letzte Information um 2:30 Uhr bekam, wo es heißt, Koronenbildung des Polarlichtes im Sternbild Orion.

Am nächsten Tag machte ich in der Arbeit früher Feierabend, damit ich meine Bilder, die schon beim entwickeln waren, abholen konnte. Doch bevor ich Feierabend hatte, rief mich das Fotolabor an, ob man ein Foto von meinem Polarlicht an die hiesige Zeitung mitgeben darf. Ich wusste noch nicht, wie die Bilder geworden sind, aber diese Frage ließ mein Herz noch höher schlagen auf die Erwartung meine Polarlichtbilder zu sehen.


FAZIT:

Diese phänomenale wunderbare und schöne Polarlichtshow war in ihrem Anblick sehr begeisternd, lohnenswert und wunderschööööön. Meine Bilder, brachten es an den Tag, es war wirklich eine wunderschöne Polarlichtnacht. Ich Danke Miss Aurora von ganzem Herzen für diese fantastische Polarlichtshow und hoffe diese oder eine ähnliche in nächster Zukunft bei uns in Deutschland wieder sehen und erleben zu dürfen!